Landausflüge mal anders: Deutschlands unterirdische Schätze entdecken

Unter die Oberfläche: Deutschlands verborgene Unterwelten
Wenn euer Kreuzfahrtschiff in Hamburg, Kiel oder Warnemünde anlegt, denkt ihr vermutlich zuerst an Hanseatische Architektur, Hafenrundfahrten oder Museumbesuche. Doch Deutschland hat auch unter der Oberfläche einiges zu bieten – und wir meinen damit nicht nur das U-Bahn-Netz der Großstädte.
Von historischen Felsengängen bis zu faszinierenden Kellergewölben: Deutschlands Unterwelten erzählen Geschichten, die ihr so nicht im Reiseführer findet. Perfekt für alle, die bei ihrem Landausflug etwas Außergewöhnliches erleben möchten.
Hamburg: Von U-Bahnen und Unterwelten
Wenn euer Schiff in Hamburg festmacht, lohnt sich ein Blick unter die Straßen. Die Hansestadt besitzt mit der Station Messehallen (U2) die tiefste U-Bahn-Haltestelle Deutschlands – ganze 26 Meter unter der Erdoberfläche. Besonders sehenswert ist auch die moderne U4-Linie zur HafenCity, deren Station an der HafenCity Universität architektonisch beeindruckt.
Unserer Einschätzung nach ist Hamburg mit seinem gut ausgebauten U-Bahn-Netz ideal, um schnell vom Cruise Terminal zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten zu gelangen – und dabei gleich noch ein unterirdisches Highlight mitzunehmen.
Berlin: Geschichtsunterricht der besonderen Art
Bei einem Stopp in Warnemünde bietet sich ein Ausflug nach Berlin an. Die Hauptstadt hat mit ihren Unterwelten eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. Die "Berliner Unterwelten" bieten verschiedene Führungen an, bei denen ihr in ehemalige Bunker, vergessene U-Bahn-Tunnel und Fluchtgänge aus der Zeit der deutschen Teilung hinabsteigt.
Besonders empfehlenswert ist die Tour "Mauerdurchbrüche", die eindrucksvoll zeigt, wie Menschen versuchten, durch unterirdische Tunnel von Ost nach West zu fliehen. Plant hier etwa zwei Stunden ein und bucht unbedingt vorab – die Touren sind sehr gefragt.
Nürnberg: Zwischen Braukunst und Kriegsgeschichte
Wer mit einem Flusskreuzfahrtschiff unterwegs ist, macht häufig in Nürnberg fest. Die Historischen Felsengänge der Stadt solltet ihr nicht verpassen. Diese verzweigten Kellersysteme dienten über Jahrhunderte als Bierlager – bei konstanten 8-10 Grad herrschten hier ideale Bedingungen für die Gärung.
Im Zweiten Weltkrieg retteten diese Keller tausenden Nürnbergern das Leben. Die 90-minütige Führung kombiniert Biergeschichte mit bewegenden Zeitzeugnissen. Unser Tipp: Mit der Nürnberg-Card spart ihr 50 Prozent auf den Eintrittspreis.
Praktische Hinweise für eure Kellertour
Egal welche Unterwelt ihr erkundet – zieht euch warm an! In den meisten Kellern herrschen ganzjährig Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad. Festes Schuhwerk ist Pflicht, denn viele Böden sind uneben oder rutschig.
Die meisten Führungen dauern zwischen 60 und 90 Minuten. Plant genug Zeit ein, denn gerade bei Kreuzfahrt-Landgängen ist es ärgerlich, wenn ihr hetzen müsst. Fotografieren ist nicht überall erlaubt – fragt am besten vorher nach.
Was bedeutet das für dich?
Diese unterirdischen Sehenswürdigkeiten bieten dir bei deinem Deutschland-Landausflug eine willkommene Abwechslung zum üblichen Sightseeing-Programm. Sie sind wetterunabhängig, authentisch und vermitteln Geschichte auf eine Weise, die kein Museum leisten kann.
Für Kreuzfahrer mit wenig Zeit empfehlen wir: Konzentriert euch auf eine Unterwelt pro Hafen. Die Berliner Unterwelten erreicht ihr von Warnemünde aus in etwa zweieinhalb Stunden mit dem Zug. In Hamburg sind die U-Bahn-Stationen perfekt für einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg zu anderen Zielen. Und bei einem Flusskreuzfahrt-Halt in Nürnberg sollten die Historischen Felsengänge definitiv auf eurer Liste stehen – sie liegen zentral in der Altstadt und sind perfekt in einen Stadtbummel integrierbar.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!